Bierkultur

Veröffentlicht auf von kralle

Angeregt durch einen Artikel von Travis, konnte ich mir folgendes Gedicht nicht verkneifen. Es ist zwar schon mindestend 4 Jahre alt - solange liegt mein letzter Besuch dort zurück - hat aber denke ich auch sonst nichts an Aktualität verloren. Ausserdem ist Bayern ganz weit weg von mir, so das mir nicht doch noch als Dankeschön ein "Glässchen" um die Ohren fliegt. Ausserdem haben die Bayern schon viel "tiefere" Krisen überstanden.


rolf



Bayrische Wiesenkultur


Einmal im Jahr - will er geniesen.
Drum geht der Bayer, auf seine Wiesen.
In Seppelhose und Gamsbarthut,
trinkt er sich an, den ersten Mut.

Um 12 Uhr dann, der nächste Gang,
der bayrisch Mann, am Bratenstand.
Mit süßem Senf, und weißer Wurscht,
stillt er den Hunger, erhöht den Durscht.

So zwischen drei und kurz vor vier,
im Wiesenzelt das zehnte Bier.
Bei Alpenband und Schellenklang,
der Kopf schon teigig, der Bauch ganz krank.

So gegen sechs, die Stimmung toll,
der Bayer blass, am Ende voll.
Mit Schritten wie ein Elefant, die Hände tastend an der Wand,
erreicht er kläglich, aber froh, zu guter letzt das Bierzeltklo.

Nicht mehr ganz klar – doch kennt sich aus.
Was oben rein, muss unten raus.
Was Nierenspüllung nicht ganz schafft,
sucht sich nen Weg, mit letzter Kraft.

Die deutsche Eiche, aus tiefstem Bayern,
man sieht ihn spucken, und hört ihn reihern.
Die Äuglein - liebkosten grad das „Maß“,
vom Drücken schmal, am Rande nass.

Wie ein Iltis, nicht mehr ganz frisch,
zurück im Zelt, an seinem Tisch.
Ne Bretzel, Radi muss noch sein,
noch zwei drei Maß, dann geht´s erst Heim.

Und nächstes Jahr gibt´s keine Frage,
Kultur muss sein, auch Wiesentage.




rolf

























































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Travis 02/12/2009 14:13

Ich begrüße unseren Postboten auch immer nett. Wenn er um 16 Uhr kommt frage ich ihn immer höflich, ob er schon die Post für morgen dabei hat. Komischerweiße bekomme ich darauf nie eine Antwort. Irgendwas mache ich falsch:-(

kralle 02/12/2009 14:21


Es ist aber auch unhöflich Kollegen an der schwachen Berufsehre zu kitzel. Vielleicht hat er auch nur Angst, das du ihm die Stelle am Ende streitig machen könntest und die Post dann schon im
allgemeinen ab 15 Uhr bei den Kunden wäre.
Hier kommt der gute Mann immer so gegen 10 Uhr. Wenn er nach 11 Uhr kommt war meistens der Schnee daran schuld und er entschuldigt sich immer dafür. Sowas soll es echt geben. Aber das mit 16 Uhr
kenne ich auch noch aus meiner Zeit in Freiburg. Am Ende legte ich mir dann ein Postfach zu, weil es ja auch eh egal war wann und durch wen ich die Briefe erhielt.


Travis 02/12/2009 13:54

Deine lyrische Ader begeistert mich immer wieder! Ich hoffe, dass du mich noch kennst, wenn du nur noch mit Karasek und Ranicki verkehrst

kralle 02/12/2009 14:02


Ich bitte dich....ich weis doch noch wo meine Wurzeln oder so stehen. Schlieslich begrüsse ich den "Postboten" von uns hier auch immer "noch" mit einem netten Wort. Auch wenn die Sachen die er
bringt mich nicht immer Lachen lassen. Aber wenn es mal vielleicht soweit sein sollte - übrigens danke für die Blumen -
kannst du mir ja mal die Briefe zustellen. Dann werden wir sehen ob die guten Vorsätze noch funktionieren. Aber ich glaube
wenn es eh soweit sein sollte, leben beide nicht mehr und du beziehst deine "Auswanderungsrente" irgendwo im Süden.


Hans 02/12/2009 11:09

die einzigst wahre brauerei steht in BOCHUM und heisst Moritz Fiege ^^da konmt keiner mit - ob vorm oder hinterm weisswurstäquator :P ;)

kralle 02/12/2009 12:43


Das behauptet natürlich jeder "süfilanter" Biergeniesser von seiner "Brühe". In deutschland sollen ja weit über 500
Biersorten für die Problemlösung des kräftigen Durschtest der Deutschen sorgen. Was dann natürlich auch nicht Wunder nimmt, das die deutschen Männer zur Nr.1 in der Welt der Bierkonsumentenelite
gehören. Mit 20 Jahren hatte ich das "zweifelhafte" Vergnügen an der Ostsee ein paar Tage "weibliche" Grundlagenforschung zu betreiben. Einen Teil jener Forschungsarbeit bestand darin, einmal das
von den einheimischen "liebevoll" und zärtlich genannte Hafenbräu meinen Nieren zu zumuten. Diese leicht "schlierige" Flüssigeit in den Gläsern hiess nicht nur Hafenbräu, es sah auch so
entsprechend wie die Hafenbrühe des Überseehafens aus und schmeckte auch entsprechend. Aus diesem Grunde wunderte es mich nicht mehr, das die Menschen in jenem Gebiet zur Geschmacksneutralisierung
meistens noch einen "Kümmel" nachschoben. Ich bin kein Biertrinker. Ausser......ich begebe mich an die Wurzel meiner "Untaten" zurück. Und dann kann es schon mal ein oder zwei oder auch etwas mehr
vom besten Bier Deutschlands werden. dem echten, einzigem und wahren Bier.... Köstrizer Schwarzbier.....Das ist vielleicht
ne Offenbahrung. Dann könnte ich unter Umständen sogar mal für ein paar Stunden meinem geliebten "Porto" untreu werden.


LG rolf


Volker 02/12/2009 00:01

Ein Hoch auf den Fortschritt. LG Volker

Volker 02/11/2009 23:39

Das hab ich zwar so noch nicht gehört, tippe aber mal auf Thüringen und Gera. Das sind ja dann auch bloß rund 30 km Entfernung. Wie klein ist doch die Welt. LG Volker 

kralle 02/11/2009 23:49


Nee. Die ist nicht viel kleiner oder grösser wie vor tausenden jahren vor uns schon.
Wir sind nur "globaler" geworden. so global, das sich Leute die einst nur ca. 30 Km entfernt gewohnt hatten sich nie gesehen oder unterhalten hätten, es aber jetzt auf ne Entfernung von fast
tausend Km ganz normal und ohne grosse Verzögerung tun können.
Es lebe der Fortschritt.

LG rolf