Neustart
Ich denke mal das alle Ostern auf ihre Art mehr oder weniger gut überstanden haben. Und ich hoffe auch, dass die neue „Alltagswoche“ welche ja diesmal erst am Dienstag anfing, nicht so schlimm für euch alle war. Vielleicht braucht der eine oder andere nun sogar etwas Erholung von den vier langen „Urlaubstagen“ und freute sich endlich wieder etwas „sinnvolles“ machen zu dürfen. Aber eins ist schön geblieben. Das frühlingshafte Wetter. Es waren heute sogar 25 Grad bei wirklich blauem, wolkenlosem Himmel. Und das im April. Aber wir wissen ja auch, wie schnell dies sich alles umkejren kann.
Dieser Dienstag sollte eigentglich für mich auch etwas besonderes werden. Jedenfalls freute ich mich schon seit vielen Tagen auf heute. Denn endlich, so hies es, würde ich nach langem Warten wieder eine Stelle antreten können. Natürlich war ich aufgeregt und hatte ein echt komisches Gefühl. Ich war schon etwas „unsicher“. Was würde mich nach diesem endlos langen Warten auf meiner neuen Stelle erwarten? Den Wecker brauchte ich nicht einmal zu stellen. Alle halbe Stunde schreckte ich hoch um auf die Uhr zu schauen, dass ich es ja nicht verschlafen würde. Um sechs Uhr war es dann soweit. Ich schlich mich ganz leise aus dem Zimmer, um Mohnblümchen ja nicht zu wecken. Schlieslich hat sie noch Ferien und sollte sich noch etwas erholen dürfen. Timmy schaute mich etwas ungläubig und verwundert an. Vermutlich konnte und wollte er es nicht glauben, dass Herrchen plötzlich in der Küche sich nen Kaffee macht. Normal war das sonst immer für ihn das Zeichen, dass es bals zur grossen morgendlichen Runde los gehen würde. Am Ende verstand er eh wahrscheinlich die Welt nicht, als ich ohne ihn aus der Haustür ging. Er schaute von oben durch das Treppengeländer ziemlich ungläubig zu mir herab, wobei seine Ohren wie bei einer Fledermaus nach unten baumelten. Ich musste bei dieser Verabschiedung lachen. Ich freute mich nicht nur über das schöne Wetter, sondern auch über die neue Stelle die ich heute antretten sollte.
Um acht Uhr sollte ich mich bei einem Herrn X vorstellen. Also wollte ich lieber etwas eher da sein, um meine Nervosität mit Hilfe einer „letzten“ Zigarett in den Griff zu bekommen. Pünktlich acht Uhr meldete ich mich bei der betrefenden Person. Allerdings war unser Gespräch von relativ kurzer Dauer, meine „Arbeitszeit“ schon nach fast dreissig Minuten beendet. Von drei ausgeschriebenen Stellen, wurde am Ende nur eine besetzt, weil ein anderer „Kollege“ und ich über keine Erfahrung im Transport, sowie in der Lagerung mit Gefahrengütern besassen. Bitte? Ja genau. Es wurden drei Arbeitskräfte für „Lagerhaltung“ gesucht, aber alle mit einem entsprechendem „Gefahrengutschein“. Das Beste daran aber war, das die selbe Firma es natürlich „vergass“, diese Kleinigkeit der Arbeitsvermittlungsagentur auch so mit zu teilen. Und so fuhr ich „geknautscht“ die ca. 38 Kilometer wieder zurück Richtung heimatlichen Fluchtpunkt. Meine Stimmung war fast den ganzen Tag auf entsprechendem Niveau. Langsam kommt „Mann“ sich wirklich als was besonderes vor. Nämlich als „Versager“ welcher es nicht fertig bringt eine einfache Arbeit zu bekommen. Man kommt sich richtig wert - und nutzlos vor. Nicht mehr gebraucht zu werden ist das schlimmste was einem passieren kann denke ich mal. Und da hilft es auch nicht daran zu denken, das es jüngeren oftmals auch nicht anders geht. Jedenfalls brauchte ich heute wirklich ziemlich lange, bis ich wieder einigermassen vernünftiges von mir geben konnte. Zum Glück war ich vorhin noch ne Stunde mit dem Hund draussen. Das half bei diesem schönem Wetter ungemein.
Also. Ich wünsche allen die morgen früh zeitig raus müssen wegen „Arbeitsbeginn“ ect. eine wirklich schöne und stressfreie Woche. Und alle die nicht müssen, können oder nicht raus müssen...... dreht euch noch mal um und stellt euch vielleicht vor wie es wäre wenn.... .
Schönen Abend rolf