Heinz ( morbide? )
Heinz
Des Lebens müde war der Heinz,
mit sich, der Welt und nicht mehr Eins.
Die Leber nur noch halbtags schafft’,
der Magen auch mit letzter Kraft.
Das Bier, das einst in Strömen floss,
und selbst der Schnaps, den er genoss,
ward ihm nun leid und schmeckte fade,
er zählte sie, die letzten Tage.
Die Schuh geputzt, das Haar gekämmt,
die letzten Sachen umgehängt.
Mit kleinen Schritten lief er nun,
und hatte nur noch Eins zu tun.
Zum zehnten Stock die Treppen rauf,
ein kurzer Tritt, die Tür flog auf.
Da stand er nun in voller Pose,
den Abschiedsbrief in seiner Hose.
Ein letzter Schluck, ein kurzer Blick,
und wünschte sich noch selber Glück.
Er flog ganz schnell auf seine Weise,
recht elegant und auch ganz leise.
Im dritten Stock bei der Frau Krause,
vom Putzen machte sie grad Pause:
Mit großen Augen sah sie nur
den Heinz bei seinem Flugparcour.
Zum Winken drehte er sich um,
das war nicht klug, das war sehr dumm.
Der Kopf nun unten, die Füße oben,
so ging es weiter, in Richtung Boden.
Bei Mayers, Müllers noch vorbei –
er war am Ziel, er war nun frei.
Die Sonne schien auf jenen Fleck,
er war recht klein im Straßendreck.
Vorbei die Zeit des Megasaufens,
hier gibt’s nicht mal ein Bier zu kaufen.
Heinz sitzt nun brav in seinem Himmel
bei Harfenklang und Glockenbimmel.